Ich muss, du müsstest, man soll…noch mehr Verpflichtungen

Ihr Leben besteht lediglich aus Zwängen und Pflichten? Sie denken, Sie müssten unter allen Umständen perfekt sein? Zu viele Pflichten schwirren in Ihrem Kopf umher? Bringen Sie wieder Ruhe in diesen Sturm!

Für Sie ist „perfekt sein“ ein Ziel. Für Sie ist es Ehrensache, dass Ihr Haus perfekt in Ordnung ist, wenn Sie Besuch erwarten. Auf der Arbeit würden Sie nie jemanden um Hilfe bitten. In Ihren Augen müssen Eltern immer für Ihre Kinder da sein. Kommen Ihnen diese Situationen bekannt vor? Entdecken Sie die Meinung unserer Experten und einige Lösungsvorschläge.

sie bezeugen

Sylvie, 37 Jahre

Seit der Ankunft unseres zweiten Kindes arbeite ich einen Tag weniger, denn ich dachte mir, auf diese Weise könnte ich Familie und Beruf besser unter einen Hut bringen. Wenn ich wirklich gemacht hätte, wozu ich Lust hatte (und was ich tatsächlich brauchte), hätte ich meine Eltern gebeten, sich mittwochs um die Kinder zu kümmern (mein Ältester geht schon in die Schule), und ich hätte mir dann an einem anderen Tag freigenommen, um einen ganzen Tag zu haben, um das Haus auf Vordermann zu bringen und auch etwas Zeit für mich zu haben. Aber ich habe nicht zu fragen gewagt, denn in unserem Familiensystem nimmt man nur Urlaub, um sich um die Kinder zu kümmern und für sie da zu sein, mittwochs. Der Mittwoch wurde dann für mich ein echter Frusttag, denn ich wollte 1000 Sachen am Vormittag erledigen um die Kinder dann mittags in der Schule und der Krippe abzuholen.  Ich wollte mich aber auch ein wenig ausruhen und einige schöne Momente mit meinen Kindern verbringen. Schnell ist der Mittwoch zu einem Tag für alles geworden, wo ich alles nur zur Hälfte erledigt habe. Heute höre ich mehr auf meine Bedürfnisse, auch wenn das nicht immer einfach ist. Letztlich sind alle zufriedener, denn ich bin entspannter und höre mehr auf mich selbst. 

Oliver, 49 Jahre

Ich möchte meine Freunde öfter mal sehen, sie zu mir einladen, mit ihnen ausgehen, aber ich hab Angst, dass ich nicht „auf der Höhe bin“, denn finanziell kann ich mir keine Extravaganzen leisten. Aber mit den ganzen Kochsendungen am Fernsehen, hat man den Eindruck, dass man die Leute wie ein Sternekoch bewirten muss. Meine Freunde sagen, ich soll mir doch keinen Kopf machen. Ich würde mich nur selbst unter Druck setzen… Aber ich kann es nicht ändern, ich meine immer, dass ich nicht wirklich imstande bin, sie gebührend zu empfangen… 

Experten-Bewertungen

Was verbirgt sich hinter diesem Räderwerk?

Das Gleichgewicht zwischen Rechten und Pflichten muss aufrechterhalten werden. Häufig hört man, dass die aktuelle junge Generation ihren Rechten zu viel und ihren Pflichten zu wenig Wichtigkeit beimisst. Dies zeigt, dass ein harmonisches (gesundes) Leben auf einem Gleichgewicht zwischen Rechten und Pflichten beruht. In unserem Fall hier scheint es jedoch so, dass das Gewicht der Pflichten zu schwer lastet. Die „du musst“, „es ist notwendig“, „sei stark“ halle...

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Wie kann es so weit kommen?

Der Einfluss der Erziehung

Natürlich hat das mit unserer Erziehung zu tun. Das Gleichgewicht zwischen Rechten (seinen Bedürfnissen nachzugeben, aber auch sich zu amüsieren...) und Pflichten (den Verpflichtungen nachkommen) wird uns von klein an beigebracht. In einigen Familien darf das Kind nicht „Kind sein“. Seine Forderungen werden schnell als Quengelei abgetan und der Ausdruck seiner Emotionen wird oft als Gejammer...

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Und jetzt, was tun?

Unsere Gesellschaft präsentiert sich ganz offen als Konsumgesellschaft. Sie gibt keine klare Antwort auf die Suche nach diesem schwierigen Gleichgewicht, außer: „Jeder kämpft für sich und wenn es nicht mehr geht, nehmen Sie Medikamente.“

Und dennoch, wenn man die Ohren spitzt, hört man eine Bewegung im Hintergrund, die immer lauter wird. Bereits seit mehreren Jahren ist ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung auf der Suche nach etwas anderem. Die Vielzahl der Kurse zum Wohlbef...

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Was kann man tun?

Möglichkeit Nr. 1: Setzen Sie „auf sich hören und sich respektieren“ auf die Liste Ihrer Pflichten, auf dieselbe Ebene mit „seine Pflichten erfüllen“. „Auf sich selbst achten“ sollte nicht nur eine Eventualität sein, „falls noch Zeit bleibt“, sondern eine Pflicht, ähnlich einem Mieter, der die Immobilie pflegt, die er mietet…

Möglichkeit Nr. 2: Messen Sie den bisher außer Acht gelassenen Realitäten mehr Wert bei, d.h. den Emotionen und Signalen des Kö...

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